Makro

Die Makrofotografie

 

Mein erstes Makrobild enstand eher durch Zufall. Nach meiner Rückkehr von einem Fototermin entdeckte ich im Garten eine ausgewachsene Kreuzspinne, welche ich eine Zeitlang beobachtete.
Auch wenn sie auf mich noch ein wenig abstossend wirkte, anfassen wollte ich sie auf gar keinen Fall, so faszinierte sie mich Doch.
Ihr perfekt gesponnenes Netz, ihre Rückenzeichnung, die vielen Beine!
Dass selbige ziemlich behaart waren und sie über wesentlich mehr als zwei Augen verfügte, wurde mir erst später wieder bewusst, nachdem ich das Foto welches ich machte als sie sich die Wespe vorknöpfte welche ihr ins Netz ging, genauer betrachtete – und dabei unwillkürlich an Kankra denken musste, die riesige Spinne aus Herr der Ringe, welche Frodo und Sam das Leben schwer machte.

Kreuzspinne mit Beute, Tim Juergensmann, Lichtjaeger.net

Mein Interesse an diesen kleinen Lebewesen, dieser kleinen Welt, war geweckt und fortan begann ich, wann immer ich Zeit hatte, bewusst nach interessanten Motiven in der Natur zu suchen.
Interessanten Kleinen Motiven.
Welche man bei einem normalen Wald- und Wiesenspaziergang, gar nicht wahrnehmen, überhaupt nicht beachten würde.
Unter und auf den Blättern von Büschen und Bäumen, unter Grashalmen, Ästen, Steinen,
in einer Blüte…. überall lauern sie.
Kleine, bunt schillernde Fliegen, kleiner als der Nagel des kleinen Fingers, am frühen Morgen bei den ersten Sonnenstrahlen, noch in der Kältestarre, bedeckt mit noch winzigeren Tautropfen harren sie aus, warten, bis die Wärme zu ihnen durchdringt, sie trocknet und sie ihrem Tagewerk nachgehen können.
Libellen, mit ihren riesigen Augen und den filigranen Flügeln, auf der Jagd nach Beute, Spinnen, die in ihren Netzen lauern und sich blitzschnell mit ihren mit Haaren und Haken bewehrten Beinen durch selbiges bewegen, genau wissend, welcher Faden klebt und welcher nicht, Heuschrecken, farbenprächtige Schwebfliegen mit schillernden Flügeln, Bienen und Hummeln, die Beine schwer beladen mit Pollenhöschen.
Aber auch verschiedenste Käfer, Mücken, Schnaken werden bei genauerer Betrachtung zu faszinierenden Lebewesen und lassen mich froh sein, dass ich eine Größe von 180 cm habe.
Ebenso winzige Blattläuse, die bei näherem Hinsehen an Sheldon J. Plankton, den kleinen, Einzelligen Störenfried in Spongebobs Bikini Bottom erinnern…..
Man taucht ab in eine andere Welt, den Makrokosmos, in welchem man alles um sich herum vergessen kann, seinen Blickwinkel, seinen Fokus auf eine ganz andere Ebene legt, auf Knien oder dem Bauch liegend durch die Natur rutscht – zugegebenermassen dabei ziemlich schmutzig wird, aber die Bilder die man später der Chipkarte der Kamera entnimmt, sind dies allemal wert!